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Ab 1. Oktober 2022 ist das Tragen einer FFP 2-Maske in Arztpraxen gesetzlich vorgeschrieben. Wir betreiben Kombigeräte zur Luftfilterung und -Desinfektion (Filter plus UV-C-Licht), um neben der gesonderten Infektionssprechstunde und Entlüftung über Ventilatoren zusätzliche Sicherheit in den Räumlichkeiten zu bieten.

In den folgenden Situationen rufen Sie bitte unbedingt vorher die Praxis an (bzw. vermerken das bei der Online-Terminplanung), um nicht andere oder die Funktionstüchtigkeit der Praxis zu gefährden: Atemwegsinfekt, Halsschmerzen, Fieber, Geschmacksstörungen oder Kontakt zu einem nachgewiesenen Corona-Infizierten. Bitte holen sie keine Arbeitsunfähigkeitsbescheiniungen oder andere Dinge für Haushaltsangehörige ab, die an Corona erkrankt sind!

Booster - Empfehlungen der STIKO von September 2022

Die erste Boosterimpfung (= dritte Impfung) wird für alle Personen ab 12 Jahren empfohlen, sofern bislang nur zwei Antigenkontakte (Impfung oder Infektion) nachgewiesen sind. Eine zweite Boosterimpfung (= vierte Impfung) wird von der STIKO für alle über 60 Jahren, Risikofaktoren für schweren Verlauf - insb. Immungeschwächte - oder Tätige im Gesundheitswesen empfohlen, sofern bislang nur drei Antigenkontakte (Impfung oder Infektion) nachgewiesen sind, frühestens sechs Monate nach dem letzten Antigenkontakt. Eine dritte Boosterimpfung (= fünfte Impfung) kann für Hochbetagte, Immungeschwächte oder bei einer vergleichbaren Gefährdung frühestens sechs Monate nach dem letzten Antigenkontakt erwogen werden. Booster außerhalb der STIKO-Empfehlungen ("off label") sind grundsätzlich möglich, allerdings besteht dann kein Anspruch auf Entschädigung von Impfkomplikationen nach dem Bundesversorgungsgesetz. Bitte beachten sie zu "off label"-Impfungen den hinterlegten Aufklärungsbogen. Fazit:

1. Für die meisten Einwohner wird von der STIKO zum jetzigen Zeitpunkt KEIN Booster empfohlen, weil sie schon drei oder vier Impfungen und/oder durchgemachte Corona-Infektionen aufweisen.

2. Andererseits besteht für alle, die NICHT eine Omikron BA4/5-Infektion ab Mai 2022 überstanden haben, kein guter Schutz vor Infektion. Für Omikron BA1/2-Infektionen im Frühjahr 2022 wurde in Dänemark ein hoher Schutz vor Omikron BA4/5 errechnet, dieser wird aber nach einigen Monaten deutlich nachlassen. Realistisch geht die STIKO von einer „mittleren Herbstwelle“ aus. Corona verursacht weiterhin eine erhebliche Krankheitslast: Im Schnitt sterben jede Woche 1000 Menschen in Deutschland an der Omikron-Varianten - seit ihrem Auftreten im Januar 2022. Dabei fehlen Daten, ob diese Personen "an" oder "mit" COVID-19 verstorben sind. Ebenso viele Intensivbetten sind mit COVID-19 Patienten belegt, das entspricht etwa 5% der Gesamtkapazität. Long-/Post-COVID in unterschiedlicher Schwere macht über viele Wochen zu schaffen und soll drei bis acht Prozent aller Erkrankten betreffen. Eine schwere Post-COVID (> 12 Wochen) mit Arbeitsunfähigkeit ist sicher seltener, in meiner hausärztlichen Praxis sind mehrere Personen betroffen.

Welcher Booster?

1. Zum Boostern können die bisherigen Coronaimpfstoffe verwendet werden, deren hohe Sicherheit durch Nachuntersuchungen des millionenfachen Einsatzes bewiesen ist. Als zweiter Booster halbieren sie bei über 60jährigen die Zahl der schweren Verläufe. Infektionen werden bei Älteren um ein Viertel reduziert, bei jüngeren Gesunden, dreifach-geimpften gibt es keinen statistischen Vorteil, da Infektionen von Omikron BA 4/5 kaum verhindert werden und schwere Verläufe hier praktisch nicht vorkommen.

2. Kombinationsimpfstoffe gegen den frühere Varianten (Alpha, Beta, Delta) und gegen Omikron BA1/2 liefern in kleinen Studien vergleichbare Ergebnisse wie die bisherigen Coronaimpfstoffe: Schutz vor schweren Erkrankungen von Ältern, kaum Schutz vor Infektion mit Omikron BA 4/5. Häufigkeit und Schwere von selten Nebenwirkungen können in Studien mit weniger als 1000 Teilnehmern nicht beurteilt werden.

3. An Omikron BA 4/5 angepasste Impfstoffe zeigen im Tierversuch eine gute Stimulation der Abwehr, sowohl gegen Omikron BA4/5 wie auch gegen alle früheren Varianten, ABER es liegen noch keine Studien am Menschen vor, die den Schutz vor Infektion, schwerer Krankheit oder Post-COVID belegen. Nach der medizinischen Logik sollten durch die Impfung gebildete Antikörper gegen das Spikeprotein von Omikron BA4/5 gegen die tatsächliche Infektion schützen – Auswertungen sind in wenigen Monaten zu erwarten, solche zur Sicherheit werden folgen. Vorzugsweise wird in der Praxis ein gegen BA4/5-angepasster Impfstoff verwendet, weil nur damit ein Schutz vor Ansteckung zu erwarten ist.

Antivirale Therapie bei hohem COVID-19-Risiko.

Der gentechnisch hergestellte Antikörper Sotrovimab/Xevudy ist gegen das Spike-Protein des Coronavirus gerichtet. Er ist zur Behandlung von COVID-19 bei Patienten mit erhöhtem Risiko, aber (noch) ohne Sauerstoffbedarf zugelassen. Als erste Praxis in Rheinhessen hatten wir im März diese Infusion ambulant durchgeführt. Mit den nachfolgenden Omikron-Varianten BA2-5 ist diese aber nicht mehr wirksam. Dafür steht für Ungeimpfte oder Immungeschwächte, besonders mit den Risikofaktoren Alter über 65 und Fettleibigkeit die antivirale Kombination Paxlovid bereit, um schwere Verläufe zu verhindern. Leider sterben weiter jede Woche rund 500 Personen in Deutschland an/mit Omikron-Infektionen.

Nuvaxovid (Fa. Novavax)

Im März 2022 wird der Totimpfstoff Nuvaxovid für Grundimmunisierungen von bislang Ungeimpften über 18 Jahre in den Arztpraxen verfügbar sein. Für Boosterungen bzw. Auffrischimpfungen ist er nicht zugelassen. Wer mRNA-Impfstoffe ablehnt, hat nun eine bessere Alternative, als weiter das Risiko einer Coronainfektion zu tragen. Zur Schutzwirkung gegen die Omikron-Variante gibt es keine Daten. Interessenten können sich im Mainzer Impfzentrum oder in der Praxis melden.

In der Zulassungsstudie von Dezember 2020 bis Februar 2021 mit 29.582 Teilnehmern (Median 47 Jahre, 12.6% ≥65 Jahre, 19.714 Teilnehmer mit Verum vs. 9868 mit Placebo) boten zwei Dosen im Abstand von drei Wochen ein Schutz von 90% vor Infektion und 100% vor mittelschweren oder schweren COVID-19. Ähnlich Grippeimpfstoffen ist dazu ein Wirkverstärker enthalten. Übliche Nebenwirkungen einer Impfung wie Schmerzen und Verhärtung an der Einstichstelle waren drei- bis viermal so häufig als nach Placebo (nach der zweiten Injektion 79% vs. 22%), ebenso doppelt so häufig allgemeine, grippeähnliche Beschwerden (70% vs. 36%). Langzeitfolgen sind im Februar 2022, ein Jahr nach dem Studienabschluß, keine bekannt. Natürlich genügen knapp 20.000 Geimpfte nicht aus, um seltene, schwere Nebenwirkungen auszuschließen. Drei Beispiele dazu: Auch der normale Totimpfstoff gegen die "Schweinegrippe" verursachte sehr selten ein Fatigue-Syndrom - wie die Schweinegrippe selbst. Der Impfstoff gegen Borreliose ist seit langem vom Markt, weil der Gelenkbeschwerden auslöste - wie die Borreliose auch. Der Impfstoff gegen das Dengue-Fieber führte bei bislang Nicht-Infizierten zu schwereren Dengue-Verläufen.

Zweiter Booster (bzw. vierte Impfung)

Die Ständige Impfkommision (STIKO) empfiehlt seit 3.2.2022 allen Personen über 70 Jahre und allen Immungeschwächten eine zweite Auffrischung mit BioNTech/COMIRNATY® oder Moderna/Spikevax®: drei Monate nach der dritten Impfung. Mitarbeitern im Gesundheitswesen wird zur vierten Impfung erst sechs Monate nach der dritten geraten. Israel empfiehlt die zweite Auffrischung vier Monate nach der dritten allen ab 60 Jahren, bei Risiken und Tätigkeit im Gesundheitswesen. Eine vorläufige Auswertung israelischer Gesundheitsdaten in der zweiten Januarhälfte 2022 zeigt bei Vierfach-Geimpften eine Halbierung der Omikron-Infektionen und eine Reduzierung schwerer Verläufe auf ein Viertel. In Qatar konnten diese Zahlen bestätigt werden.

Bei jungen, gesunden Beschäftigten im Gesundheitswesen ist der Nutzen leider unbedeutend: Von 1.050 Mitarbeitern eines israelischen Krankenhauses ließen sich 154 mit Biontech und 120 mit Moderna das zweite Mal boostern. Im Verlauf infizierten sich (mutmaßlich mit Omikron) 18,3% (Biontech-Booster), 20,7% (Moderna-Booster) und 25% der "nur" Dreifachgeimpften. Die Schutzwirkung vor einer Infektion mit/ohne Symptomen wurden mit 43%/30% (Biontech) und 31%/11% (Moderna) berechnet. Das ist statistisch nicht signifikant. Dazu konnte gezeigt werden, dass trotz Verzehnfachung der Gesamt-Coronaantikörper, die Untergruppe gegen Omikron nur wenig ansteigt.

BioNTech/COMIRNATY® oder Spikevax®/Moderna?

Aufgrund der rückläufigen Nachfrage impfen wir momentan ausschließlich BioNTech, weil der Moderna-Impfstoff nur in 20er-Portionen verfügbar ist.

Impfen gegen Corona: Nutzen und Risiko

bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Entsprechend der STIKO-Empfehlung impfen wir auch Jugendliche gegen Corona ab dem 12. Lebensjahr (Sonstige Behandlungen erst ab dem 14. Lebensjahr). Gute Argumente für die Impfung sind:

1) Vorerkrankungen (z. B. Diabetes, Übergewicht, Mukoviszidose, Trisomie 21),

2) Familienangehörige mit Gefahr einer schweren COVID-19.

3) Durch die Delta-Variante starb unter 15-34jährigen Infizierten ein junger Mann von rund 5000 Infizierten, eine junge Frau von 9000.

4) Die STIKO empfiehlt seit Mai 2022 für 5- bis 12jährige Kinder nur eine Dosis - zwei Dosen nur bei Vorerkrankungen, immungeschwächten Angehörigen oder ausdrücklichem Wunsch. Das ist ein salomonisches Urteil, weil ohne Vorerkrankungen COVID-19 vor dem 12. Lebensjahr zumeist blande verläuft und das Risiko für eine Myokarditis vor allem nach der zweiten Dosis besteht. Seltene Ausnahmen: Unter der Omikron-Variante nimmt die Sterblichkeit bei allen über 15jährigen ab, jedoch werden jetzt Todesfälle bei unter-15jährigen vom RKI verzeichnet - insgesamt 58 Kinder bis zum 25.5.2022. Das "PIMS" (Pädiatrisches Inflammations-Multiorgan-Syndrom) ist eine lebensbedrohliche, plötzliche Verschlechterung wenige Wochen nach der blanden Erstinfektion (Risiko 1:100.000, 854 Fälle in Deutschland bis 25.5.2022). Das Krankheitsbild ähnelt einer Sepsis ("Blutvergiftung") und lässt sich intensivmedizinisch erfolgreich behandeln. Über Häufigkeit und Schwere von Post-COVID gibt es allgemein, schon gar nicht in diesem Alter, überzeugende Studien.

Risiko der Impfung: Zwar sind die Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) nach der zweiten BioNTech/COMIRNATY®-Impfung eine greifbare, reale Gefahr, werden im Krankenhaus behandelt, heilten aber zum Glück in den meisten Fällen folgenlos aus. Um das Risiko besonders für männliche Jugendliche von 16 bis 17 Jahren (lt. FDA 1:5000, Israel 1:6000) zu senken, sollte die zweite Impfung vorzugsweise nach sechs Wochen erfolgen. Vor Omikron wurden noch längere Intervalle von 8-12 Wochen in Großbritannien und Norwegen verwendet, bzw. die zweite Impfung dort bei 12-15jährigen ausgesetzt. Eine Impfung mit Johnson & Johnson ist wegen dem Restrisiko bleibender Hirnschäden aufgrund einer Hirnvenenthrombose keine Alternative. Das Risiko für 5- bis 12jährige? Vorläufige Registerdaten der US-amerikanischen CDC zeigen ein geringes Myokarditisrisiko (12 Fälle/9 Mio. Geimpfte) mit in aller Regel ungefährlichem Verlauf. Allerdings benötigten Unter-12jährige einen speziell für sie zugelassenen und gesondert zu bestellenden Impfstoff, den wir den Kinderärzten überlassen.

Fazit: Der individuelle medizinische Nutzen besteht auch für unter 30jährige. Ohne Frage wollen sich die meisten Jugendlichen nur gegen Corona impfen lassen, um ihr normales Sozialleben zurückzubekommen und Reisen mit der Familie werden einfacher. Ohne Frage sind die Älteren durch die - für sie praktisch gefahrlose - Impfung weitaus besser geschützt als indirekt über Impfungen und Kontaktbeschränkungen von Jugendlichen.

Über 35 Jahre? Oder Vorerkrankungen?

Bitte lassen Sie unbedingt gegen COVID-19 impfen!

Natürlich können wir 15 Monate nach Start der Impfungen und 24 Monate nach Ausbruch der Pandemie noch nichts zu Langzeitfolgen sagen. Das gilt für die Impfungen wie für COVID-19: Zur Häufigkeit und Schwere von Long- oder Post-COVID gibt es nur vage Daten, schon über die Definition lässt sich streiten! Manchem ist die schnelle Entwicklung der neuen Impfstoffe nicht geheuer und sicher ist keine Impfung ohne Risiko: Myokarditis (Herzmuskelentzündungen) nach BioNTech/COMIRNATY® vor allem bei jungen Männern. Noch schlimmer: Es gab 48 Todesfälle auf 90 Mio. Impfungen in Deutschland - noch dazu bei mehrheitlich jungen Frauen - durch Hirnvenenthrombosen nach AstraZeneca. Aus diesem Grund habe ich von Vektorimpfstoffen Männern jünger als 35 Jahren und Frauen unter 50 Jahren abgeraten und empfohlen, bei geringem Risiko für eine schwere COVID-19 noch wenige Wochen auf BioNTech/COMIRNATY® zu warten.

Hier finden Sie Infoblätter des Robert Koch-Institutes über mRNA- (BioNTech, Moderna) und Vektor-Impfstoffe (AstraZeneca, Johnson & Johnson, Sputnik).

Für detailliertere, seriöse Informationen empfehle ich das arznei-telegramm, welches sich frei von Werbeanzeigen der Pharmaindustrie, ausschließlich über seine Abonnenten finanziert. Die Seiten zu BioNTech/COMIRNATY, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson sind kostenlos zugänglich. Auf der Seite des Paul Ehrlich-Institutes (PEI) finden sie dessen Sicherheitsberichte über gemeldete Komplikationen.

Aber: Ab einem Alter von 35 Jahren ist COVID-19 weitaus gefährlicher als jede Impfung dagegen: 24 Monate nach Ausbruch der Pandemie hierzulande sind 125.000 Menschen tot (12.3.2022), 95% der Verstorbenen waren 60 Jahre oder älter. Noch mehr wurden auf Intensivstationen behandelt, meist wochenlang. Viele wurden beatmet und sind trotzdem gestorben, oft ohne dass ihre Angehörigen Abschied nehmen konnten. Die Überlebenschancen im Falle einer Coronainfektion sind stark von Alter und Geschlecht abhängig. (Daten 14.11.21 unter Delta)

35-59 Jahre: ein Toter auf 278 infizierte Männer bzw. eine von 689 Frauen,

60-79 Jahre: ein Toter auf 17 infizierte Männer bzw. eine von 32 Frauen,

80 Jahre und älter: einer von vier infizierten Männern bzw. eine von sechs Frauen starb.

Die derzeite Omikron-Welle steckt eine von 70 Personen an - pro Woche! (1300/100.000 Einwohner). Auch wenn die Omikron-Variante zwei- oder viermal weniger häufig schwer verlaufen soll - es ist immer noch schlimm genug: Die drei Millionen ungeimpften Über-60jährigen hatten ein Sterberisiko bei einer Delta-Infektion im Durchschnitt von eins auf zehn. Sollte es unter Omikron immer noch 1:100 sein, dann sind in dieser Gruppe weitere 30.000 Tote möglich. Nicht kalkuliert sondern in realen Zahlen bedeutet das: Mit Beginn der Omikron-Welle hierzulande, von Mitte Januar 2022 bis jetzt sterben jede Woche 1000 Einwohner daran. „Die Kinderimpfung wird die Pandemie nicht aufhalten“ sagte Prof. T. Tenenbaum im Sommer 2021. Er ist Vorsitzender der Dt. Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie.

Auf mRNA-basierte Impfstoffe wurden zuvor gegen Tollwut, Influenza und Krebs getestet. Die "Boten"-RNA ("m" = messenger) wird normalerweise von unserem Körper als Abschrift der eigenen DNA gebildet. Mit diesem Bauplan stellen die "Ribosomen" in der Zelle dann Eiweiße jeglicher Art her, im Falle der BioNTech- bzw. Moderna-Impfstoffe "Spike-Proteine": Das sind die bekannten Strahlen des Corona-Virus mit Kugeln am Ende (Corona = Krone), mit denen es auf unseren Zellen andockt. Auf diese selbst produzierten Kopien der "Spike-Proteine" kann sich unser Immunsystem einschießen und dann mit Antikörpern und Abwehrzellen das Andocken des wirklichen Virus bekämpfen. Gentechnisch hergestellte mRNA-Impfstoffe verändern somit nicht "rückwärts" unser Erbgut, sondern geben nur "vorwärts" kurzfristig andere Aufträge an die Eiweißproduktion. Erst die Mithilfe der körpereigenen "Montagestraße" ermöglicht eine schnelle Antwort auf ein neues Virus. Der BioNTech-Impfstoff darf zwar nur 28 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden, technisch ist das aber kein Hindernis für die Anwendung in einer deutschen Hausarztpraxis.

Seit 6. April 2021 impfen wir in der Praxis und haben mit den "Vergessenen aus Priorität 1 und 2" begonnen, die nicht von den staatlichen Impfteams erreicht wurden, weil sie zuhause mit schweren Krankheiten festsaßen. Bis Mitte Juli 2021 haben wir knapp 1200 Corona-Impfungen geschafft, bis April 2022 werden es mehr als 3000 sein.

Antikörperbestimmungen

Antikörper-Kontrollen werden von der STIKO bislang nicht empfohlen, das hat mehrere gute Gründe:

1) Alle Impfstoffe verhüten sehr gut einen, schweren, lebensbedrohlichen Verlauf der COVID-19, auch durch die Delta-Variante. Zum Glück ist also ein "Impfdurchbruch" in den meisten Fällen noch kein "Dammbruch", durch den die Sturmflut schwappt. Geimpfte infizieren sich seltener als Ungeimpfte und wenn, dann erkranken meist nur leicht - lästig genug.

2) "Wer viel misst, misst viel Mist.": Die meisten Messergebnisse liegen in einer Grauzone, in der unklar ist, ob eine Auffrischung nötig ist oder nicht - gesteht selbst der Bundesverband der Laborärzte ein, trotz seinem Eigeninteresse daran.

3) Risikopatienten und Arztpraxen sollten in der vierten Welle nicht ihre Zeit mit Labor-Schnickschnack vertrödeln, sondern boostern. Es ist absurd, die Notwendigkeit eines Booster als Argument für eine "Unwirksamkeit" der Corona-Impfungen zu nehmen. Für einen dauerhaften Schutz brauchen alle sonstigen Schutzimpfungen auch Auffrischungen, nur bei der Gelbfieberimpfung ist es mit einer einmaligen Dosis getan. Selbst eine Corona-Infektion bewirkt keine dauerhafte Immunität, wieso sollten wir das dann von einer Impfung dagegen verlangen?

Corona-Antigen-Schnelltests: i. d. R. nur für Symptomfreie.

Stand 6.3.2021. Antigentests benutzen synthetische, industriell hergestellte Antikörper, welche mit Oberflächenstrukturen (= Antigenen) des Virus reagieren. Diese "Schlüssel-Schloß-Reaktion" wird meist mit Enzymen (Biokatalysatoren) farblich sichtbar gemacht. Normalerweise sind Schnelltests (POCT: point-of-care-testing) überall dort nützlich, wo rasche Entscheidungen gebraucht werden, z. B. bei einem Verdacht auf Lungenembolie, Herzinfarkt, Lungen- oder Blasenentzündung. Generelle Corona-Schnelltests haben sich bei Krankhausaufnahme bewährt. Das sagen das Robert Koch-Institut, die Fa. Roche als Hersteller eines Antigen-Schnelltests ("wo kein Labortest zur Verfügung steht") und die ehrwürdige Cochrane-Library dazu. Das Problem: Der Schnelligkeit stehen vor allem falsch-negative Testergebnisse gegenüber, wie hier im Deutschen Ärzteblatt vom 30.10.2020 ausführlich erläutert. Nicht desto trotz können sie bei Symptomfreiheit, also geringer Vor-Test-Wahrscheinlichkeit sinnvoll sein:

  • zum Screening von Mitarbeitern und Besuchern von Pflegeheimen, Krankenhäusern und Arztpraxen (siehe: Bundesgesundheitsministerium),
  • zur Sicherheit am Ende der Quarantäne, wenn das min. zehn Tage später erfolgt - Seit Februar 2022 ist das "Freitesten" schon nach sieben Tagen Quarantäne erlaubt - wenn seit zwei Tagen komplett beschwerdefrei. Allerdings halte ich diese Regel für Augenwischerei, weil in der Omikron-Welle nach sieben Tagen 3/4 aller in meiner Praxis Nach-Getesteten noch eine positive PCR aufweisen!
  • zur zusätzlichen Sicherheit bei dringenden privaten Besuchen von Risikopersonen.
  • Da diese Tests vielerorts noch bis zum 11. Oktober 2021 kostenlos angeboten werden, hören wir aus Kapazitätsgründen damit auf und führen statt dessen PCR-Abstriche zur Bestätigung bzw. Revision positiv getester durch. Die nächstgelegene Möglichkeit bietet die Mohren-Apotheke direkt unter der Praxis im gleichen Gebäude.

    Corona-Abstriche mit "Polymerase-Kettenreaktion" (PCR)

    Ab 1. April 2022 bekommen Ärzte nicht mehr Nasen- und Rachenabstriche für die SARS-COV2-PCR bei symptomatischen Patienten bezahlt. Viele Praxen haben diesen Aufwand nie erbracht, wir schon. Nichts desto trotz sind PCR-Abstriche weiterhin bei Symptomen sinnvoll, da die Antigen-Tests bei bis zu jedem 4. COVID-19-Patienten negativ ausfallen dürfen, um in Deutschland zugelassen zu werden. Dabei verlässt sich das Paul Ehrlich-Institut auf die Herstellerangaben und hat bis jetzt, über die gesamte Omikron-Welle hinweg, keine seriöse Überprüfung der Schnelltest erbracht. Wenn Sie es wünschen, bekommen Sie deshalb von uns eine Überweisung für einen PCR-Abstrich bei besonderen Teststellen. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir das nicht mehr selbst durchführen, auch nicht zur Überprüfung eines positiven Schnelltests.

    Bin ich bereits immun gegen das Coronavirus?

    Bis auf die o. g. Ausnahme müssen Antikörperbestimmungen selbst bezahlt werden: etwa 50 Euro, incl. Blutentnahme, Probentransport und Beratung. Wieso rate ich Ihnen NICHT dazu?

    Das liegt an der - trotz allem - geringen Verbreitung (Prävalenz) von COVID-19 in der Bevölkerung und - wie bei allen Antkörpertests - irrtümlicherweise positiven Ergebnissen: Seit Beginn der Epidemie hatten sich 10557 Mainzer*innen mit COVID-19 infiziert, das sind 4,8% der 218.578 Bewohner, 211 sind daran verstorben (Stand 21.8.2021, meist PCR-Nachweis). Die bundesweite Prävalenz ist ähnlich niedrig. Ein Antikörpertest mit 100%iger Sensitivität und 99%iger Spezifität würde zwar alle tatsächlich Corona-Positiven erkennen, aber - in Mainz - gleichzeitig 2085 Personen fälschlicherweise Immunität attestieren, die sie gar nicht haben, etwa jeder sechsten Testperson mit "positivem Ergebnis". Dagegen hatten bereits im April 2020 im österreichischen "hot spot" Ischgl 42,2% von 1473 getesteten (insg. rund 1600 Einwohner) COVID-19-Antikörper. Bei dieser hohen Prävalenz bekommen bei gleicher Testgüte (!) 672 ein "richtig positives" und nur 8 Personen ein "falsch positives" Ergebnis (Chance 1:99).

    Mittlerweile wissen wir jedoch, dass bei einigen die Antikörper nur Wochen und Monate nachweisbar sind, was nicht zwingend bedeutet, nicht mehr immun zu sein: zusätzliche Abwehrzellen sind nur schwieriger messbar. In Ischgl hatten ein halbes Jahr später noch 90% der im April 2020 positiv getesteten nachweisbare Antikörper. Re-Infektionen sind fünf bis acht Monate nach der Infektion eine Rarität, laut STIKO-Empfehlung vom 12.3.2021 ist eine einzelne Impfung (nicht zwei) sechs bis acht Monate nach der Erkrankung sinnvoll, nach nur vier Wochen jedoch auch unbedenklich. Bestand nur eine symptomlose (!) Infektion, wird Impfung bereits nach 4 Wochen empfohlen. Von einer dauerhaften Immunität ist nicht auszugehen.

    Corona: Neue Öffnungszeiten. Neue Videosprechstunde.

    Ab 23.3.2020 haben wir GETRENNTE Sprechstundenzeiten für Patienten MIT und OHNE Erkältungssymptomen (wie Fieber, Frösteln, Schnupfen, Halsschmerzen, Husten oder Durchfall) und ab 26.3.2019 eine VIDEOSPRECHSTUNDE.

    Unser Ziel ist es, auch während der Corona-Pandemie die normale, notwendige medizinische Versorgung zu gewährleisten. Das geht nicht ohne direkte Arzt-Patienten-Kontakte, die wir - für beide Seiten - so sicher wie möglich gestalten. Dazu habe ich schon im Januar Schutzausrüstung bestellt und bekommen.

    Es ist schwer, in der Coronakrise mit ihren gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen einen kühlen Kopf zu bewahren. Ich finde, wir alle verhalten uns auf den Straßen, Plätzen und beim Lebensmitteleinkauf bereits sehr dizipliniert und verantwortungsbewußt. Trotzdem werden in den nächsten Wochen die nachgewiesenen Infektionen weiter steigen und die Politik zu weiteren Maßnahmen drängen. Lassen sie sich davon nicht entmutigen, das wird auch an der bislang großen Dunkelziffer und den nun geschaffenen Laborkapazitäten liegen. Bis jetzt hat Deutschland - weltweit betrachtet - eine vergleichsweise niedrige COVID-19-Sterblichkeit, hoffentlich bleibt das so. Tun wir alles, um die Ausbreitung zu stoppen; am Ende wird eine Impfung das Ganze beenden. Bleiben sie gesund.