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Acht Gesundheitstipps die sie fast nichts kosten

- oder sogar Geld sparen

Alle Angaben ohne Gewähr, sie ersetzen keine ärztliche Beratung oder Behandlung. Keine Gewähr für externe Links. Ein fehlender Hinweis auf einen Markennamen oder eingetragenes Warenzeichen bedeutet nicht, das dieses frei verfügbar ist.

1) Einfach im Auto anschnallen bzw. einen Helm auf dem Rad tragen.

Sicher, das weiß jeder, nur mir tut nach 10 Jahren im Schockraum, den OP-Sälen und Inten-sivstationen einer Uniklinik allein schon der Anblick eines lose baumelnden Sicherheitsgurtes weh. Auch wird besser die Frisur durch einen Radhelm gedrückt, als unser Hirn bei einem Unfall gequetscht. Ohne diesen Zentralrechner sind wir mit den komplexen Aufgaben in Beruf und Familie hoffnungslos überfordert. Ein schweres Schädel-Hirn-Trauma reißt viele junge Menschen aus der Mitte ihres Lebens und macht in Deutschland 4000 von ihnen jedes Jahr zu dauerhaften Pflegefällen. Gehen Sie nicht davon aus, dass nichts passieren wird, denn nicht jeder Verkehrsteilnehmer ist auch verkehrstüchtig! Anschnallen kostet nichts, ein Fahrradhelm nur 2-5 Cent/Tag (35-130 Euro, 5 Jahre lang getragen). .

2) Mit dem Rauchen aufhören.

Was ist dekadenter: eine Uhr für 9000 Euro am Handgelenk oder jeden Tag ein Päckchen Zigaretten? Klar, viele Uhren messen für deutlich weniger Geld etwa die gleiche Zeit. Aber nach vier Jahren ist das Schmuckstück immer noch 6000 Euro wert, dagegen sind die 30.000 Zigaretten nur noch Asche. Davon abgesehen sterben Raucher im Schnitt 12 Jahre früher oder japsen beim Treppensteigen schon nach einer Etage. Einfach Aufhören sagt sich leicht. Die Tabakindustrie hat lange daran gearbeitet, dass man "bei der Stange bleibt". Nikotin stimuliert unser Belohnungssystem im Kopf, so ist Nikotinverzicht erst einmal ist richtiger Stress. Unruhe, Schlafstörungen und schlechte Laune sind normal. Deshalb absolviert man seinen Rauchstopp am besten dann, wenn ansonsten die Lebensumstände angenehm sind, z. B. im Urlaub. Wer nicht von jetzt auf gleich aufhören kann oder will, kann

- seine tägliche Zigarettenzahl senken,

- auf E-Zigarette umsteigen und so die tägliche Giftmenge reduzieren, oder

- mit Medikamenten den Appetit auf Zigaretten bremsen.

Die E-Zigarette (Nikotinverdampfer) wird derzeit nicht von deutschen medizinischen Fachgesellschaften zur Raucherentwöhnung empfohlen, weil es an Langzeitdaten über die Sicherheit der Aromastoffe mangelt. Mancher Tabaks-Entwöhnungs-Experte ruft sogar (leider völlig unrealistisch) nach Prüfstudien wie bei einer Medikamentenzulassung. Ganz anderes werden E-Zigaretten in Großbritannien beurteilt: dort empfiehlt seit August 2015 die Gesundheitsbehörde Public Health England Verdampfer, wenn der komplette Rauch-verzicht misslingt. Dem hat sich im April 2016 die altehrwürdige Ärztevereinigung Royal College of Physicians angeschlossen (übersetzt und gekürzt):.

"E-Zigaretten scheinen für Raucher ein effektives Hilfsmittel für den Tabakverzicht zu sein. Sie sind beliebter als Nikotinpflaster und -Kaugummis, aber möglicherweise auch schäd-licher. Wie auch immer, es ist unwahrscheinlich, dass die Risiken eines langjährigen Dampf-inhalierens mehr als 5% denen eines langjährigen Tabakrauchens überschreiten. Manche haben Sorgen, das mit der E-Zigarette Rauchen wieder salonfähig werden könnte. Es gibt aber derzeit keine Hinweise, dass dies in Großbritannien in einem nennenswerten Prozent- satz der Fall ist. Vielmehr werden E-Zigaretten als eine gesündere Alternative von Tabak- rauchern genutzt. Da die Tabakindustrie in den Markt der E-Zigaretten eingestiegen ist, kann damit gerechnet werden, dass sie damit Zigarettentabak bewerben und die Tabakfreiheit breit untergraben will. Wie dem auch sei, im Interesse der Gesundheit sollten E-Zigaretten wie tabakfreie Nikotinprodukte und Nikotinersatzstoffe als Tabakersatz beworben werden."

www.gov.uk/government/news/e-cigarettes-around-95-less-harmful-than-tobacco-estimates-landmark-review

www.rcplondon.ac.u/projects/outputs/nicotine-without-smoke-tobacco-harm-reduction-o

Ganz aufhören mit medikamentöser Unterstützung. Mit den Medikamenten Varencillin (eingetragenes Warenzeichen: Champix) und Cytisin (eingetragenes Warenzeichen: Tabex) liegen die Erfolgsquoten der Tabakentwöhnung höher, als mit Nikotinpflastern oder -Kau- gummis. Wie Nikotin setzen sie am gleichen nikotinergen Acetylcholinrezeptor im Gehirn an. Champix (WZ) ist in Deutschland ein verschreibungspflichtiges Medikament. Die Kosten von etwa 300 Euro für eine zwölfwöchige Kur müssen selber bezahlt werden. Champix (WZ) ist sehr gut wissenschaftlich untersucht. Dabei haben sich frühere Bedenken um mögliche Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkte, psychische Störungen bis hin zu Selbsttötungen glücklicherweise statistisch nicht bestätigt. Tabex (WZ) ist dagegen rezeptfrei über das Internet aus Polen zu beziehen. Eine knapp vierwöchige Behandlung kostet nur rund 25 Euro incl. Versand. Tabex (WZ) wurde vor mehr als fünfzig Jahren in Bulgarien zur Raucher-entwöhnung zugelassen und dann in ganz Osteuropa erfolgreich eingesetzt. 2014 wurde seine überlegenheit im Vergleich zu Nikotinpflastern in einer von australischen Gesund-heitsbehörden finanzierten Studie in einer renommierten Fachzeitschrift vorgestellt (Walker N, et al Cytisine versus Nicotine for Smoking Cessation. NEJM 2014; 371:2353-2362). Bei beiden Medikamenten sollte man die Packungsbeilage beachten und sich zuvor von einem Arzt beraten lassen, besonders bei Epilepsie, Depression oder Herzerkrankungen.

- Varencilin und Cytisin können zu Schwindel und Müdigkeit führen. Solange die individuelle Reaktion unklar ist, sollte auf das Bedienen von Maschinen und das Autofahren verzichtet werden.

- Vorsicht mit Alkohol: Wirkverstärkung, aggressives Verhalten und Gedächnislücken sind möglich

- Bei Luftnot, Brustschmerzen, Herzrasen oder allergischen Hautreaktionen müssen die Mittel sofort abgesetzt und ärztliche Hilfe aufgesucht werden

Aber trotz aller Medikamente bleibt Tabakverzicht Kopfsache!. Dabei kann eine von der EU finanzierte App namens "iCoach" gut helfen (kostenlos im Appstore und im Google Play Store erhältlich). www.exsmokers.de/de-de/

3) Auslandskrankenversicherung.

Hat man im Ausland eine schwere Krankheit oder einen schweren Unfall erlitten, kann eine Auslandskrankenversicherung (für 10-60 Euro/Jahr) dem Verletzen zehntausende Euro für die medizinische Behandlung und für den Rückflug im Ambulanzjet ersparen

Finanztest 5/2016: Einsatz in den Bergen (Euro 1,50)

Finanztest 6/2015: Absichern beim Aufstieg, Reisekrankenversicherung (Euro 2,50)

Die Mitgliedschaft im Deutschen Alpenverein deckt weltweit Such-, Bergungs- und Rettungskosten bis 25.000 Euro und die medizinische Behandlung von Unfällen ab. Sie lohnt sich für Bergsteiger und Wanderer die auch von den übrigen Vergünstigungen profitieren, zum Beispiel beim übernachten in Alpenvereinshütten.

4) Ab 35 Jahre: medizinische Check-ups.

Gesetzlich Versicherte haben darauf alle zwei Jahre Anspruch. Dabei wird nach gesundheit-lichen Beschwerden gefragt, der Mensch von Kopf bis Fuß gründlich untersucht und abgehorcht. Im Blut wird Cholesterin und Blutzucker gemessen. Eine Urinprobe rundet das Ganze ab. Ziel ist die Erkennung von häufigen, schleichenden Krankheiten wie zu hohes Cholesterin, Bluthochdruck oder Diabetes.

5) Ab 40 Jahre: jeden Tag 800 Einheiten Vitamin D3, wenn man nicht täglich mindestens eine halbe Stunde Sonne tankt, so daß der Körper selbst genug Vitamin D bilden kann.

Dass sich fern des Äquators helle Hauttypen überwiegen, beruht womöglich nicht nur auf einem fehlenden Anreiz für dunkle Haut, sondern auch auf einem Evolutionsvorteil für helle, zumindest in den Zeiten vor dem Ozonloch. So lässt sich das spärliche Sonnenlicht besser aufsaugen. Denn zusätzlich zur Knochenbildung werden dem Sonnenlicht noch viele andere positive Dinge zugeschrieben: Parallel zum Licht- und Vitamin D-Mangel - ob Zufall oder nicht - häufen sich Herz- und Gefäßerkrankungen, Typ 2-Diabetes und Krebsleiden. Auch haben hellhäutige Sonnenvermeider und Menschen mit dunkler Haut in gemäßigten Breiten eine höhere Gesamtsterblichkeit wie umgekehrt Sonnensucher eine niedrigere: Von den fast 30.000 Teilnehmerinnen einer schwedischen Beobachtungsstudie vermieden 6% die Sonne in jeder Hinsicht. Nach 15 Jahren hatten diese eine Überlebensrate von 93 statt 96%, d. h. doppelt so viele von ihnen waren gestorben! Andere Einflüsse auf die Gesundheit wie Ausbildung, Einkommen, Familienstand, Körpergewicht, Sport, Alkohol und Rauchen hatten die Analysten berücksichtigt. Lassen sich diese Effekte mit ein paar Tablettchen verhindern? Auch das ist bislang unbewiesen, doch 800 I.E. pro Tag sind fraglos besser als gar kein Vitamin D. Ohne tatsächlichen, nachgewiesenen Mangel sind wiederum 2000 - 3000 I. E Vitamin D am Tag (bzw. 20.000 I.E./Woche) zuviel: dann verkalken nicht nur die Knochen, sondern auch die Gefäße - und Herzinfarkte häufen sich! Ebenso ist klar, dass Sonnenbrand nie gesund ist, sondern das Hautkrebsrisiko durch die UV-Überlastung erhöht.

Lindquist PG. Avoidance of sun exposure is a risk factor for all-cause mortality: results from the Melanoma in Southern Sweden cohort. J Internal Med 2014;276:77-86

Wo sollte man Vitamin D kaufen? In der Dezemberausgabe 2018 macht das Verbrauchermagazin Ökotest einen feinen Unterschied zwischen apothekenpflichtigen, aber wohlgemerkt rezeptfreien Vitamin D-Präparaten, deren grundsätzliche Wirksamkeit es postuliert, und dem in Drogerien und Supermärkten erhältlichen Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel, die es für gesunde Verbraucher als grundsätzlich nutzlos klassifiziert - Zitat: "Nahrungsergänzungsmittel floppen. Alle Arzneimittel können wir empfehlen." Dabei geht die Ökotest-Redaktion vermutlich davon aus, das "Apotheken-Vitamin D" nur nach " ärztlicher Rücksprache und Kontrolle" bzw. Diagnose eines Mangels verkauft wird, das stimmt aber nicht - eben weil es rezeptfrei ist! Paradoxerweise wurden diejenigen Nahrungsergänzungsmittel abermals abgewertet, welche 1000 I.E. des Vitamins enthalten - ein wenig mehr als empfohlen - wohingegen die apothekenpflichtigen Präparate allesamt 1000 I.E. pro Tablette bieten. Pharmakologisch lässt sich das nicht nachvollziehen. So bediene mich weiter im Supermarkt, wenn mein Alltag nicht genug Sonne bietet.

6) Nach 1970 geboren? Schauen Sie in Ihrem Impfpass nach, ob Sie auch zweimal gegen Masern geimpft wurden!

Eine Weile dachten wir Ärzte, eine einmalige Masernimpfung wäre ausreichend. Seit einigen Jahren wissen wir, dass sie es leider nicht ist: in Deutschland erkranken jedes Jahr 1000-2000 Personen an Masern. Bis zu 50% davon waren geimpft - aber eben nur einmal. Also: wenn einmal oder kein Mal geimpft sind, kein Impfpass mehr vorhanden oder sonstwie die Situation unbekannt ist, in all diesen Fällen wird zur Sicherheit eine Impfung noch im Erwachsenenalter empfohlen - solange keine Immunschwäche besteht. Denn einen von 1000 Masernerkrankten triff es schwer: das Immunsystem ist damit so ausgelastet, dass Lungen- und Hirnentzündungen die Folge sind, teils mit bleibenden Schäden oder gar tödlichem Ausgang.

7) Ab 50 Jahre ein jährlicher Stuhltest, ab 55 Jahre eine Dickdarmspiegelung (Koloskopie) zur Erkennung von Dickdarmkrebs oder seinen Vorstufen (Polypen)

Sind Vater, Mutter, Geschwister davon betroffen, dann wird das schon ab 50 Jahre und noch früher bezahlt. In unserer Bevölkerung besteht ein Risiko von 6%, an Dickdarmkrebs zu erkranken, bei einem Fall bei unter erstgradig Verwandten sind es 10%. Dabei entwickelt sich der Krebs nur ganz langsam, über viele Jahre aus Polypen. Werden diese im Rahmen der Vor- sorgeuntersuchung abgetragen, können sie auch nicht mehr bösartig entarten. Dickdarm- krebs ist somit weitgehend vermeidbar. Auch wenn es heute sehr gute Behandlungsmöglich- keiten gibt: trotzdem sehen Erkrankte ihre Ärzte öfters, als es ihnen lieb ist. Dagegen dauert eine Koloskopie bei einem geübten Magen-Darm-Spezialisten mal eben eine Viertelstunde - und die vergeht mit ein paar Mittelchen "wie im Schlaf".

8) Ab 60 Jahre Impfungen gegen die Influenza-Grippe, Lungenentzündungen (Pneumokokken) und die Gürtelrose, bei bestimmten chronischen Krankheiten auch früher.

Ab 1.5.2019 die neue Impfung gegen die Gürtelrose (Shingrix R) reguläre Kassenleistung: für alle über 60 Jahre, bzw. ab 50 Jahre bei Diabetes, Asthma, COPD, Nierenschwäche, Immunschwäche wie HIV oder bei verschiedenen Autoimmunerkrankungen (Darm, Rheuma). Lassen Sie sich den Impfstoff in der Praxis auf einen Rezept verordnen und holen Sie ihn in der Apotheke ab, dann können wir sie sogleich impfen! Wichtig: die hohe Schutzwirkung ist nur gegeben, wenn eine zweite Impfung nach 2 bis 6 Monaten folgt! Nehmen Sie sich für den Tag der Impfung wie für den Folgetag nichts vor, oft ist man recht schlapp danach. Die Gürtelrose ist eine Reaktivierung von Windpocken aus dem Kindesalter, welche in den sensiblen Nerven jahrzehntelang überwintern. Auf die gesamte Lebenszeit bezogen, erkrankt jeder Dritte daran, einer von 20 Erkrankten leidet unter wochen-, teils monatelangen einschießenden und brennenden Schmerzen. Dank meiner früheren Tätigkeit in einer Schmerzambulanz bin ich mit der Behandlung vertraut, aber trotzdem braucht das kein Mensch. Der Impfstoff Shingrix ist ohne Einschränkungen für alle über-50jährigen zugelassen. Punkt 2: In unserer Bevölkerung besteht ein Risiko von 1:200 pro Jahr (!) eine Lungenentzündung zu erleiden. Das ist eine schwere Infektion besonders für Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen. Die häufigste Ursache sind "Pneumokokken": kugelförmige Bakterien, die man sich das ganze Jahr auf der Straße einfangen kann. Da sie anders als Grippeviren (Influenza) nicht ständig ihr Aussehen verändern, braucht die Impfung nicht jährlich aufgefrischt werden (allenfalls alle 5-10 Jahre) und ihre Schutzwirkung ist deutlich besser.